Kindheit
1967 wurde ich in Braunschweig geboren, habe dort später nach dem Abitur Sozialpädagogik studiert. Ich war nie eine Einser-Schülerin, aber meine Eltern und auch meine Großeltern haben stets an mich und meine Ziele geglaubt und mich darin bestärkt meinen Weg zu gehen. Und das tat ich auch.
Entwickeln und Gestalten
Gemeinsames Gestalten ist etwas, das sich durch meine Biografie zieht, seit ich mit 14 Jahren meine erste Kindergruppe gegründet und mich in der Jugendzentrumsarbeit engagiert habe. Die Möglichkeit in jungen Jahren Ideen entwickeln und auch umsetzen zu können, hat mich geprägt und immer begleitet, wenn es um die Beteiligung junger Menschen in dieser Stadt geht.
Studium und Berufseinstieg
Nach dem Studium, welches ich mir mit allen möglichen Jobs verdient habe, machte ich mein Anerkennungsjahr bei Volkswagen in Wolfsburg. Der Konzern hatte in dieser Zeit seine Ausbildung verändert und in Teams ausgebildet. Aus dieser Zeit nahm ich viel für meine spätere Arbeit mit: Neben dem Fokus auf die Teamarbeit, habe ich einen guten Blick für notwendige Veränderungen in Organisationen gewonnen. Und ganz nebenbei waren es auch wertvolle Erfahrungen, in der Zeit häufig die einzige Frau in Männerrunden zu sein.
Familie
In der Stadt Wolfsburg habe ich zunächst fünf Jahre lang Jugendzentren geleitet, bevor ich 1998 die Stelle der Stadtjugendpflegerin übernommen habe. Zu dieser Zeit bin ich mit meiner Frau und unserer Tochter von Braunschweig nach Wolfsburg gezogen. Wir sind seit 30 Jahren ein Paar, seit 18 Jahren verheiratet. In der Zeit gab es kaum Ganztagsplätze in den Kindertageseinrichtungen und Ganztagsgrundschulen, so dass ich die Herausforderungen Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen sehr gut kenne. Das war später auch neben der ganztägigen Bildung eine große Motivation von mir, insbesondere Frauen die freie Wahl für Beruf und Familie zu ermöglichen.
Stadtjugendpflegerin
Acht Jahre war ich Stadtjugendpflegerin und habe dabei viele Spuren in der Stadt hinterlassen, auf die ich stolz bin. Vom Kinder- und Jugendbüro bis hin zum „Hallenbad“, dessen Umbau zum Kulturzentrum ich mit vielen Partnerinnen und Partnern entwickelte. Was viele nicht wissen: Ich war die erste Geschäftsführerin des Hallenbades. Zudem habe ich viel Engagement in die Team- und Organisationsentwicklung in unserem Dezernat gesteckt. Es ist mir wichtig, Menschen eine Chance zu geben, sich zu entwickeln, sich zu qualifizieren. Genauso wichtig ist es mir Netzwerke zu pflegen. Ich denke, meine Arbeit ist deshalb so erfolgreich, weil ich an starke Partnerschaften glaube.
Abteilungsleiterin 'Kindertagesbetreuung'
Gleichzeitig suche ich immer wieder neue Herausforderungen, bleibe stets neugierig. So war es, als ich für zwei Jahre die Abteilungsleitung für die Kindertagesbetreuung übernahm und zusammen mit den Kita-Trägern und den Schulleitungen den Ausbau der Kitalandschaft angestoßen habe. Wir entwickelten das Modell der Wolfsburger Ganztagsschulen, das heute in allen Schulen gelebt wird. Es macht die Vereinbarkeit von Familie und Beruf möglich und es sichert allen Kindern die Teilhabe an ganzheitlicher Bildung.
Geschäftsbereichsleiterin 'Schule'
Wie zentral unsere Bildungsinstitutionen sind, zeigt die Corona-Krise gerade sehr deutlich. Bildungspolitik ist auch Wirtschaftspolitik. In Kita und Schule werden Grundsteine dafür gelegt, dass Menschen selbstbestimmt und erfolgreich durchs Leben kommen. Und Eltern können arbeiten und Kinder großziehen. Als ich den Geschäftsbereich Schule übernommen habe, verwirklichte ich das Schulmodernisierungs-Programm. Denn: Schulräume gemeinsam mit der Schulgemeinschaft so zu gestalten, dass sie einen modernen Unterricht ermöglichen und Kinder sich darin wohlfühlen, ist mir ein großes Anliegen.
Stadträtin für Jugend, Bildung und Integration
Seit 2012 bin ich nun Stadträtin für Jugend, Bildung und Integration. Damit leite ich eines der größten Dezernate der Stadt mit rund 1.000 Mitarbeitenden. Gewählt wurde ich damals nicht einstimmig. Einstimmig war aber meine Wiederwahl im letzten Jahr. Als kommissarische Dezernentin für Finanzen und Controlling habe ich parallel im letzten Jahr das Haushaltskonsolidierungsprogramm und den Doppelhaushalt 2020/21 verantwortet.
Was mich auszeichnet?
Ich bleibe in Krisen ruhig, handlungsfähig und lösungsorientiert: Flüchtlingskrise, Finanzkrise, Corona – wir standen und stehen vor gewaltigen Herausforderungen. Aber genau das ist meine Stärke: Herausforderungen meistern. Ich glaube, dass immer der Mensch im Mittelpunkt steht. Und ich glaube an die Kraft von gemeinsamen Visionen, daran, gemeinsam ein Bild davon zu entwickeln, wie wir zusammenleben wollen.
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